
Leider hatte ich in den letzten Tagen entweder keine Zeit oder aber jede Menge Zeit, doch keinen Internetzugang, so dass dieser Blog ein wenig verwaiste. Nun aber... Am Dienstag fuhren Peter und ich nach Abschluss des letzten Workshop-Teils seines neunmonatigen Radiant-Mind-Kurses vom ZIST in Penzberg nach München, danach nach Stuttgart und am gestrigen Abend waren wir in Bielefeld. Ich hörte an diesen Abenden drei sehr unterschiedliche Vorträge - oder besser gesagt: Ich hörte drei Mal das Gegenteil eines Vortrages, denn hier wurde kein Wissen vermittelt oder weitergegeben, sondern eher an der Dekonstruktion unseres vermeintlichen Wissens gearbeitet... Obwohl Peter auch davon erzählte, wie sich in den letzten 37 Jahren seine Erfahrung und sein Denken entwickelt haben und wie dies in den Radiant-Mind-Prozess einfloss, ging es doch hauptsächlich darum, mithilfe der intensiven Hinterfragung unserer Konzepte einen ersten Geschmack nondualen Erlebens möglich zu machen.
Fragen aus dem Publikum wurden eher zerlegt als in üblicher Weise beantwortet, in der Dekonstruktion jedoch der bereits ihnen innewohnenden "Antwort" zugeführt. Glaubenssätze wurden auf den "Glaubenden" zurückgeworfen und dieser wurde dann versucht, zu identifizieren. Wer war es, der dies annahm? Welche Konditionierung führte zu dieser Annahme? Wie lebt es sich ohne sie? Und wie ohne denjenigen, der sie meinte zu haben?
Gleichzeitig wies Peter immer wieder darauf hin, dass nichts in der nondualen Erfahrung ausgeschlossen sei - auch nicht unsere konditionierte Erfahrung oder wenn man so will, unser duales Erleben. Unser Leben ist eine Wellenbewegung: Hinein in das Nonduale, zurück in das Duale, wieder in das Nichtkonditionierte und weiter und immer weiter... Ist da ein Problem? Ist da eine Lösung für ein etwaiges Problem? Wäre diese nötig? Gibt es eine Notwendigkeit, diesen Moment, wie er sich jetzt darbietet, irgendwie zu verbessern?
Vielleicht vermitteln diese Worte einen kurzen Eindruck dessen, wessen wir und die Teilnehmer an den "Vorträgen" gewahr wurden. Das Gewahrsein selbst kann nur die Stille vermitteln, die sich oft an diesen Abenden einstellte...
Doch nun zurück ins Konditionierte und ab auf die Autobahn: Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
Viele Grüße,
Dirk
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